Women at Work – Frauen gestalten Zukunft
Frauen mit Migrationsgeschichte prägen Sachsen und Ostdeutschland – in Unternehmen, Communities, Kultur und Gesellschaft. Und doch bleiben ihre Perspektiven oft unsichtbar. Dem stellt der Infotag Women at Work in Leipzig etwas entgegen und wir sind wahnsinnig dankbar, diesen besonderen Tag für Frauen mit Migrationsgeschichte mitgestalten zu dürfen.
Der Zukunftstraum von Women at Work ist klar: eine Arbeitswelt, in der die Stimmen von Frauen mit Migrationsgeschichte selbstverständlich gehört, wertgeschätzt und mitgedacht werden. Ein Ostdeutschland, in dem Herkunft kein Hindernis mehr ist, sondern Teil einer vielfältigen Realität – und in dem Strukturen Chancen eröffnen, Entwicklung ermöglichen und Zugehörigkeit fördern.
Der Zukunftstraum ist kein fernes Ideal. Er beginnt in jedem Gespräch, jeder Entscheidung und jeder Frau, die ihre Stimme erhebt – und in jedem Raum, der ihr zuhört. Women at Work ermutigt Frauen, ihre beruflichen Wege sichtbar zu machen, sich zu vernetzen und Strukturen zu hinterfragen. Der 8. Infotag in Leipzig zeigte, wie wichtig Repräsentation ist – besonders für Frauen mit Migrationsgeschichte, die täglich mit mehrfachen Hürden konfrontiert sind.
Fünf Perspektiven auf Women at Work

- Dr. Francesca Russo
Dr. Francesca Russo hat Medizin in Rom studiert und kam mit einem Erasmus-Stipendium nach Deutschland – ohne ein Wort Deutsch zu können. Seitdem ist viel passiert: Heute engagiert sie sich im Migrant:innenbeirat, hat zwei Facharztausbildungen abgeschlossen und leitet ein Team, das sich auf die psychosoziale Versorgung marginalisierter Gruppen fokussiert, insbesondere Geflüchtete und Menschen ohne festen Wohnsitz.
„Ich bin dabei, weil ich allen Frauen Mut machen möchte, die glauben, dass eine erfolgreiche Karriere unmöglich ist – nur weil sie nicht in Deutschland geboren wurden oder keine Muttersprachlerinnen sind.“

- Nelma Batista dos Santos Hahne
Nelma Batista ist Referentin für politische Bildung, Systemische Coach und Mitglied des Migrant:innenbeirats der Stadt Leipzig und hat brasilianische Wurzeln. In ihrer Arbeit verbindet sie Themen wie Migration, Empowerment, Diversität und soziale Teilhabe. Ihr Ziel ist es Brücken zwischen Kulturen zu bauen und Frauen in ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklung zu stärken.
„Mein Zukunftstraum, das wäre ein Gleichberechtigungsraum, eine Gesellschaft, in der jede migrantische Person Zugänge hat.“

- Berivan Isik
Als eine von wenigen PoC-Mitarbeiterinnen an einer ostdeutschen Universität setzt sich Berivan für mehr Sichtbarkeit und Empowerment von BIPoCs ein. Gemeinsam mit Allies gründete sie deshalb eine entsprechende Community. Ihr Ehrenamt bei GermanDream hat ihr gezeigt, wie sehr Kinder und Jugendliche (insbesondere migrantisch gelesene) in diesem Bundesland Räume brauchen, die ihre Selbstkompetenz stärken. In Kooperation mit dem Transferzentrum Kinderrechte & Kinderschutz (unter Leitung von Maike Nadar und Anna Bahr) und weiteren namhaften Gatekeeper:innen entwickelt sie deshalb Projekte, die genau dort ansetzen.
„Ich bin dabei, weil mir viel daran liegt, Frauen mit Migrationsgeschichte zu bestärken, an eigene Visionen und Ideen festzuhalten und jeden Mut und Kraft zu fassen, diese zu verwirklichen.“

- Carmen Olaru
Carmen lebt seit 2010 in Leipzig und ist Unternehmerin – mit ihrem Partner gründete sie Fika Shop. Als politisch Engagierte baut sie Brücken zwischen Communities und der Stadt Leipzig – für mehr Vertrauen in Institutionen, politische Teilhabe und Chancengerechtigkeit.
„Ich bin dabei, weil ich mich auf den Austausch mit den anderen Frauen freue.“

- Moderation: Tamara Güçlü
Tamara, auch bekannt als TAM, ist Musikjournalistin, Moderatorin und Musikerin mit einer besonderen Leidenschaft für Hip-Hop und Humor. Seit 2021 veröffentlicht sie als TAM eigene Neo-Soul- und RnB-Songs auf Englisch. Ob auf Panels, bei Veranstaltungen oder in Podcasts – Tamara bringt Perspektiven zusammen und sorgt für frischen, mutigen Austausch. Sie hat für Medien wie Musikexpress, Vice, Flux FM, Red Bull, Four Music, Puls Musikanalyse und Arte Tracksplorer gearbeitet. Ehrenamtlich engagiert sie sich als Wertebotschafterin für GermanDream und als Mentorin im B(I)PoC-Mentoring-Programm Tlnt & Tlnt.
„Es war unfassbar inspirierend zu hören, was für Geschichten die Frauen, die auf diesem Panel saßen, erlebt haben und was für unterschiedliche Perspektiven die auch rein bringen aus dem Gesundheitswesen, aus der Selbstständigkeit und auch aus der Hochschule.”
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Reflexionsfragen für deine eigenen Visionen
Wo stehe ich – und wo will ich hin?
Die folgenden Fragen laden dich ein, deine Position im Spannungsfeld von Arbeit, Sichtbarkeit und Empowerment zu reflektieren. Nimm dir einen ruhigen Moment und beantworte die folgenden Fragen ehrlich.
Sichtbarkeit & Identität
- Fühle ich mich in meinem beruflichen Umfeld gesehen, wertgeschätzt und ernst genommen?
- Kann ich meine Geschichte, Identität und Perspektiven offen zeigen – oder passe ich mich an, um dazuzugehören?
- Welche Menschen oder Rollenmodelle geben mir das Gefühl: Da erkenne ich mich wieder?
Strukturen & Herausforderungen
- Wo erlebe ich im Arbeitsalltag strukturelle Barrieren – sichtbar oder subtil?
- Welche dieser Hürden habe ich möglicherweise verinnerlicht, und welche möchte ich bewusst hinterfragen oder aufbrechen?
- Welche Form von Unterstützung hätte ich gebraucht – und habe sie (noch) nicht erhalten?
Ressourcen & Stärken
- Welche persönlichen Stärken und Kompetenzen tragen mich durch herausfordernde Situationen?
- Welche Erfahrungen haben mich besonders resilient, mutig oder klar gemacht?
- Wer gehört zu meinem Support-System – und wie nährt mich dieses Netzwerk?
Zukunft & Wirkung
- Wie möchte ich zukünftig arbeiten – und welche Rahmenbedingungen brauche ich, um wirklich aufzublühen?
- Für wen möchte ich selbst Vorbild, Mentorin, Verbündete oder Brückenbauer:in sein?
- Was wäre ein erster, realistischer Schritt in Richtung meines Zukunfts(t)raums?
Hier findest du weitere Informationen:
- DaMigra Talks
Ein intersektionaler Podcast von und für Frauen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte in Deutschland. Thematisiert werden Empowerment, Gleichberechtigung, gesellschaftliche Teilhabe und Sichtbarkeit. - IWS Radio
Das IWS Radio bietet Podcasts einer feministischen, antirassistischen Gruppe von Migrantinnen und Refugee Women. Im Fokus stehen persönliche Lebensgeschichten sowie Erfahrungen mit Migration, Diskriminierung, Widerstand und Empowerment. - MeltingPod – Migration im Dialog: Teilhabe geflüchteter Frauen am deutschen Arbeitsmarkt
In dieser Folge spricht Dr. Katrin Menke über Arbeitsmarktintegration, strukturelle Hürden und Rahmenbedingungen aus intersektionaler Perspektive. - Fishing for Competence | Frauen, Potenziale, Fachkräfte
Der Podcast beleuchtet praxisnah, wie international qualifizierte Frauen in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden können und welche Chancen und Hindernisse dabei bestehen. - Migration, Geschlecht und Zugehörigkeit. Perspektiven auf soziale Ungleichheit und Teilhabe
Neval Gültekin, Merle Hummrich und Claudia Rademacher untersuchen, wie Migration, Geschlecht und soziale Zugehörigkeit miteinander verwoben sind, und bieten eine fundierte Analyse gesellschaftlicher Ungleichheit. - Frauen mit Migrationsgeschichte in Deutschland – Lebenslagen, Strategien, Potenziale
Diese Studie beleuchtet Lebensrealitäten, Bewältigungsstrategien und Potenziale von Frauen mit Migrationsgeschichte und gibt Einblicke in Herausforderungen und Chancen im Arbeits- und Gesellschaftskontext. - Ungleiche Chancen? Arbeitsmarktintegration von Frauen mit Migrationsgeschichte
Das Jahresgutachten des Sachverständigenrats für Integration und Migration analysiert strukturelle Hürden im Arbeitsmarkt und zeigt Ansatzpunkte zur Förderung von Chancengleichheit auf. - Diskriminierungserfahrungen von Frauen im Erwerbsleben
Die Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigt, wie Frauen Diskriminierung im Arbeitsleben erleben, und macht strukturelle Ungleichheiten sichtbar. - Online-Austausch der Bertelsmann Stiftung
In diesem Format werden Herausforderungen, Erfolgsmodelle und Austauschmöglichkeiten für Frauen mit Flucht- und Migrationsgeschichte vorgestellt und diskutiert.
Unser Projekt unterstützen
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