Wege zu einer digitalen Gesellschaft für alle
Künstliche Intelligenz (KI) ist längst kein Zukunftsthema mehr, sie beeinflusst bereits heute, wie wir Informationen wahrnehmen, politische Entscheidungen treffen und gesellschaftliche Debatten führen. Doch was bedeutet diese technologische Entwicklung für unsere Demokratie?
KI birgt großes Potenzial: Sie kann Prozesse effizienter gestalten, neue Formen politischer Beteiligung ermöglichen und Entscheidungsträger:innen mit datenbasierten Analysen unterstützen. Gleichzeitig stellen sich drängende Fragen: Wer kontrolliert die Algorithmen? Wie vermeiden wir Manipulation, Diskriminierung oder den Verlust demokratischer Kontrolle?
Gerade angesichts zunehmender Desinformation, wachsender politischer Polarisierung und sinkenden Vertrauens in demokratische Institutionen ist es entscheidend, technologische Entwicklungen nicht sich selbst zu überlassen. Es braucht politische Leitplanken, gesellschaftliche Diskussion und eine gemeinsame Vision davon, wie Technologie und Demokratie zusammen gedacht werden können.
Was dieses Playbook bietet
Mit diesem Playbook möchten wir einen Beitrag dazu leisten, die Zukunft von Künstlicher Intelligenz demokratisch zu denken – und gesellschaftlicher Spaltung etwas entgegenzusetzen. In einer Zeit, in der Technologien immer stärker unsere Kommunikation, Meinungsbildung und Entscheidungen prägen, braucht es neue Wege, um miteinander im Gespräch zu bleiben – über Chancen, Risiken und Werte.
Wir verstehen dieses Playbook als Einladung: zum Zuhören, zum Mitgestalten und zum Brückenbauen zwischen Technologie und Menschlichkeit. Denn eine digitale Gesellschaft für alle entsteht nicht von selbst – sie wächst aus dem gemeinsamen Willen, Verantwortung zu übernehmen und Demokratie auch im digitalen Zeitalter lebendig zu halten.
Demokratischer Zusammenhalt entsteht dort, wo wir aktiv werden. Er beginnt im Kleinen – mit Gesprächen, mit Mut zur Offenheit und mit der Bereitschaft, einander zuzuhören. Genau dazu möchten wir dich mit diesem Playbook ermutigen.
Wie reflektiert nutzt du KI?
Drei Perspektiven auf KI & Demokratie
Wie wollen wir morgen miteinander leben – wenn wir heute nicht mehr miteinander sprechen?
Bei unserem zweiten GermanDream Jam im September 2025 ging es genau um diese Frage: Wie können wir KI nutzen, um unsere Demokratie zu stärken und welche Rolle spielen Dialog, Mut und Haltung dabei? Drei großartige Panelist:innen geben uns Einblicke in ihr Engagement und ihren Einsatz für eine digitale Gesellschaft, in der wir auf Augenhöhe zusammenkommen.

- Manouchehr Shamsrizi, gamelab.berlin
Manouchehr Shamsrizi ist „among the most publicly prominent voices of Germany’s younger generation“ (Washington Post), „well positioned to assess emerging trends“ (Monocle Magazine), und „überall dort mit von der Partie, wo die Verbesserung der politischen Verhältnisse noch ordentlich Spielraum nach oben haben“ (re:publica).
„Ich bin dabei, weil meine Privilegien (m)ein Engagement zum Erhalt derselben zur moralischen Pflicht machen. Eine entscheidende Arena dafür, auch im globalen Systemwettbewerb, sind die ‘deep technologies’, einschließlich der KI.“

- Theresia Crone, Aktivistin
Theresia Crone hat deutsches und französisches Recht studiert und arbeitet jetzt in einer Kanzlei zum Thema Demokratie und Rechtsextremismus. Als Aktivistin und Expertin für digitale Kampagnen zeigt sie, wie Social Media für politischen Wandel genutzt werden kann.
„Ich bin dabei, weil auch im Internet das Recht gelten muss. Wenn ich Bücher stehlen würde, um dann ihren Inhalt zu verkaufen, würde ich bestraft werden. Die meisten KI-Modelle werden genauso trainiert – ohne Bestrafung, aber mit Profit.“

- Eric Dauenhauer, Politagends Consulting & AI4Democracy
Eric ist Berater und Unternehmer mit über 15 Jahren Erfahrung in KI-Implementierung, Business Development und Produktmanagement. Als EU-AI-Act-Spezialist hilft er Unternehmen, KI-Produkte verantwortungsvoll und strategisch einzusetzen – von der Automatisierung über Talentsuche bis hin zu Ethik- und Compliance-Fragen. Erics Antrieb ist es, Europas KI-Zukunft nachhaltig und menschzentriert zu gestalten.
„Ich bin dabei, weil wir jetzt die Weichen stellen müssen, um KI so zu gestalten, dass sie der Gesellschaft dient und nicht umgekehrt.“
Deine Perspektiven auf KI & Demokratie
Das sind die Zukunfts(t)räume unseres GermanDream Jams:
Dies sind die Zukunfts(t)räume der Teilnehmenden des zweiten GermanDream Jams – vielen Dank für die inspirierende Visualisierung von reframe!
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In diesen spannenden Artikeln erfährst du mehr über Polarisierung und Spaltung:
- KI und Demokratie: Entwicklungspfade (bpb)
Thorsten Thiel beleuchtet, wie künstliche Intelligenz demokratische Öffentlichkeit, Regierungsprozesse sowie Bürgerbeteiligung tiefgreifend beeinflussen kann – mit Chancen wie effizienteren Entscheidungsprozessen und mehr Teilhabe, aber auch Risiken wie Manipulation, Desinformation oder der Stärkung zentraler Gatekeeper. - Demokratie und KI – Wie technologischer Fortschritt unsere Demokratie stärken kann“ (Naumann Stiftung)
Hier erfährst du anhand konkreter Projekte, wie KI demokratische Prozesse – von Teilhabe über Rechtsstaatlichkeit bis politische Bildung – signifikant verbessern kann, ohne sie zu untergraben. - Angriff auf die Demokratie (IPG Journal)
Katja Muñoz und Emma Laumann warnen: KI gefährdet die demokratische Integrität, indem sie personalisierte Propaganda und manipulierte Reichweiten nutzt, um gezielt Wähler zu beeinflussen und das Vertrauen in Information, Medien und Politik zu untergraben. - KI und Demokratie: Vielleicht nicht wahr ist auch schon schlimm (Zeit)
Nicolas Killian zeigt, dass schon die bloße Existenz von KI-basierten Technologien, wie etwa Deepfakes oder KI-gestützte Bildbearbeitung, eine beunruhigende Wirkung entfaltet. Außerdem zeigt er auf, dass die Technologie demokratische Prozesse zwar bedrohen kann, allerdings bislang nur begrenzt nachweisbarer Einfluss auf Wahlergebnisse feststellbar ist. - Demokratie und Künstliche Intelligenz (Wissenschaftszentrum Berlin)
Jeanette Hofmann und Clara Iglesias Keller analysieren, wie Künstliche Intelligenz demokratische Selbstbestimmung, Teilhabe und politische Entscheidungsprozesse beeinflusst und fordern, KI aktiv und normativ in demokratische Strukturen einzubetten. Sie argumentieren, dass eine bewusste Gestaltung nötig ist, damit KI nicht zur Bedrohung, sondern zur Stärkung demokratischer Autonomie wird. - Konstanzer KI Studie 2025 (Universität Konstanz)
Diese Ergebnisse einer neuen Studie der Universität Konstanz zeigen, dass Künstliche Intelligenz immer häufiger genutzt wird, besonders in Berufen wie IT, Forschung und Verwaltung steige die Nutzung rasant. Doch sie verstärkt auch Ungleichheiten zwischen Berufsgruppen und Unternehmen.
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Abschließend findest du in diesen Videos und Vorträgen weitere spannende Gedankenanstöße zu KI und Demokratie:
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