1. Oktober 2026

Zweite Wertelots:innen-Ausbildung bringt Schüler:innen zusammen

WerteGang: Zweite Wertelots:innen-Ausbildung bringt Schüler:innen zusammen

Wie können Schüler:innen lernen, Konflikte frühzeitig zu erkennen? Und wie können sie dabei unterstützt werden, selbst Verantwortung zu übernehmen?

Darum ging es bei unserer zweiten Wertelots:innen-Ausbildung im Rahmen von “WerteGang. Damit Gewalt keine Schule macht.” 28 Schüler:innen aus drei Berliner Schulen kamen für eine Woche zusammen, um sich intensiv mit ihren eigenen Werten und dem Umgang mit Konflikten auseinanderzusetzen.

Ein besonderer Teil der Ausbildung war der Austausch mit Menschen, die ihre Erfahrungen direkt mit den Schüler:innen teilen konnten. Mit dabei waren Tülin Tekkal, Mitgründerin von GermanDream und Wertebotschafterin, sowie Damir, der als Konfliktlotse an einer anderen Schule bereits viel praktische Erfahrung gesammelt hat.

Von der Theorie in den Schulalltag

Ein Schwerpunkt der Ausbildung lag auf der Frage, wie Konflikte eigentlich entstehen und wie sie sich entwickeln können. Gemeinsam mit Tülin Tekkal und Damir beschäftigten sich die Schüler:innen mit verschiedenen Eskalationsstufen. Anhand konkreter Beispiele überlegten sie, wann aus einer kleinen Auseinandersetzung ein größerer Konflikt werden kann und welche Handlungsmöglichkeiten es in den unterschiedlichen Situationen gibt.

Dabei brachte Damir seine Erfahrungen aus dem Schulalltag ein. Als Konfliktlotse kennt er Situationen, in denen es darauf ankommt, frühzeitig zu reagieren und aufmerksam zuzuhören. Für die angehenden Wertelots:innen wurde so greifbar, wie das Gelernte später an der eigenen Schule eingesetzt werden kann.

Auch Tülin Tekkal brachte ihre persönlichen Erfahrungen und ihre Perspektive als Wertebotschafterin ein. Der direkte Austausch macht einen zentralen Gedanken von WerteGang sichtbar: Wertevermittlung funktioniert besonders dann, wenn sie nicht abstrakt bleibt, sondern mit persönlichen Geschichten und konkreten Situationen verbunden wird.

Wertelots:in zu sein bedeutet, nicht wegzuschauen.

Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und den Mut zu haben, sich einzumischen, wenn das Miteinander an der eigenen Schule Unterstützung braucht.“

Tülin Tekkal, Mitgründerin von GermanDream und Wertebotschafterin

Junge Menschen werden selbst aktiv

Die Wertelots:innen-Ausbildung setzt darauf, Schüler:innen selbst zu stärken. Während der einwöchigen Ausbildung lernen sie, Konflikte frühzeitig zu erkennen, sie anzusprechen und aktiv zu deeskalieren. Gleichzeitig setzen sie sich damit auseinander, welche Werte ihnen selbst wichtig sind und wie sie diese in ihren Schulalltag einbringen können.

Ein wichtiger Teil der Ausbildung ist dabei die Entwicklung eigener Projekte. Die Schüler:innen überlegen, was an ihrer Schule konkret gebraucht wird, entwickeln eigene Ideen für ein respektvolles Miteinander und planen, wie sie diese vor Ort umsetzen können. So wird aus dem Gelernten konkretes Engagement für die eigene Schule.

Die Schüler:innen nehmen also nicht nur neues Wissen mit zurück in ihre Klassen. Sie übernehmen Verantwortung und gestalten das Miteinander an ihrer Schule aktiv mit.

Gewaltprävention beginnt früher

Mit “WerteGang. Damit Gewalt keine Schule macht” setzt GermanDream gemeinsam mit der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie auf frühzeitige Gewaltprävention an Schulen. Das Projekt verbindet die Ausbildung von Wertelots:innen mit Wertedialogen, in denen Wertebotschafter:innen ihre Erfahrungen mit Schüler:innen teilen, sowie Qualifizierungen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte.

Die zweite Wertelots:innen-Ausbildung zeigt dabei ganz konkret, worum es bei WerteGang geht: Schüler:innen ernst zu nehmen, ihnen Verantwortung zuzutrauen und sie dabei zu unterstützen, selbst etwas an ihrer Schule zu bewegen.

Die 28 Teilnehmer:innen gehen nun mit neuen Erfahrungen, konkreten Ideen und einem Zertifikat zurück an ihre Schulen. Dort beginnt der nächste Schritt: das Gelernte in den Schulalltag zu tragen.

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